Luca, i bim dein Vater!

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Thema Jugendsprache. Ich seh’ echt nicht mehr durch im Moment. Ein Trend jagt den Nächsten. Ich würde mich durchaus als Internetaffin bezeichnen, aber ich hab den Anschluss verloren. Ich weiß was Memes sind, kann #hashtags richtig benutzen und hab sogar schon meinen Twitter Account gelöscht und Snapchat ausprobiert.

Wenn ich aber aktuell im Netz unterwegs bin, treffe ich immer wieder auf für mich völlig unverständliche Memes und Satzbausteine, die nach spontaner Dyslexie aussehen.

Mal als Beispiel:

Jam FM auf Facebook: Zuppa Tutowial vong Lernfaktor her: Schtarbucks Kaffee zung zelba machen — https://www.facebook.com/radiojamfm/videos/10154933649624831/
oder:

Und ich dann immer nur so:

via GIPHY

Jugendsprache 2017 – leider ohne mich

In diesen Momenten habe ich das Gefühl in ein Tal zu fallen, so tief vong die Tiefe her, dass ich ich keinem Button pushen könnte um da wieder rauszukommen. Oder so ähnlich. Alt fühle ich mich dann. Also älter als 13.
Ernsthaft: ich hatte gerade erst gelernt, was ein Babo ist, und dann kommen die mit sowas. Wie soll ich meinem Kind beibringen nicht so zu reden? Ich verstehe ihn ja jetzt schon nicht. Er ist 12 Wochen alt. Wo soll das himführen vong die Verständigung her?

Was für 1 life

Ich sitze gerade auf der Couch und gucke Snooker auf Eurosport. Dabei bleibt genug Hirnkapazität übrig um andere Dinge zu erledigen und so geriet ich ins Grübeln darüber, ob die jungen Leute (mein gefühltes Alter steigt mit jedem Absatz) wirklich so reden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ernst gemeint ist. Das man etwas “krass” findet, oder “derbe, übelst, knorke, fly,…” oder was weiß ich verstehe ich und jeder findet seine eigenen Wörter um seine Gruppenzugehörigkeit zu demonstrieren.
Aber hat schon mal wirklich jemand einen Menschen auf der Strasse sagen hören

“sheesh diggi ich glaub wegen die erderwermung solltest du das auto stehen lassen so vong gedankengang her.”

Wie schnell sich Sprache ändert kann man hier sehr schön sehen. 1995 hat Fritzi noch Ärger bekommen wenn er geil sagt:

Heute sieht die Sprachfrüherziehung so aus:

Wenn deine Kids und Du eine Geheimsprache haben, lass es mich bitte in den Kommentaren wissen. Ich bin ein verkaperter Linguinist und habe viel Freude an derlei Kleinoden.

Ich könnte ein bisschen Nachhilfe darin gebrauchen, ein paar Grammatikregeln zum Beispiel. Wann wird ein “g” angehängt, wann wird es etwas gebeet und woher weiß ich, wann aus schnell fastigkeit wird? Bitte helft mir!

#papaout

Jugendsprache 2017

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2 KOMMENTARE

  1. Sie haben mein Mitgefühl!
    Im nachhinein betrachtet war es doch die richtige Entscheidung, keine Kinder in die Welt zu setzen, wenn ich mir das alles so durchlese. Nicht nur aus diesem Grund natürlich, aber auch deswegen. Man hat das Gefühl, unsere Sprache wird immer mehr zu einer Art rhetorischer Knetmasse, aus der sich jeder etwas nach seinem Gusto bastelt. Eine Empfehlung, mehr nicht; keine verbindliche, übergeordnete Klammer, nach der man sich richtet und die auch eine gewisses Maß an Verbundenheit stiftet.
    Sicher, jede Generation hatte und hat ihre speziellen Ausdrücke – was auch in Ordnung ist! – aber das die Sprache selbst vollkommen zur Disposition steht, ist in der Form neu.
    Schade eigentlich, bricht damit doch ein Stück weit die Möglichkeit weg, sich an einem gemeinsamen Wert zu identifizieren.

    Trotz allem Ihnen alles Gute und gutes Gelingen bei Ihrem Sprössling!

    Gruß

    Lutz

    • Ich danke Ihnen für Ihr Mitgefühl…
      Der Vorteil daran, wenn man am Ende doch Kinder in die Welt setzt ist allerdings, dass man so aktiv dagegen steuern kann 😉 “Solange du die Füße auf meinem Tisch hast, sagt hier keiner VONG!” Aber im Ernst: ich hoffe, dieser Trend ebbt ab, bevor der kleine versteht, was Sache ist… In diesem Sinne: Uns allen einen formidablen Tag!

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