2016 war wirklich kein leichtes Jahr. Global gesehen. Sicher sind auch schöne Sachen passiert, allen voran natürlich die Geburt unseres kleinen Jungen.

Aber es gab viel zu viele schlechte Nachrichten, die einen als neugewordene Eltern nachdenklich stimmen.

Ich frage mich, wie man mit der neu aufkeimenden Gewalt umgehen soll und wie man sie einem Kleinkind vermitteln soll. Wir sind noch ein paar Jahre davon entfernt, dass er solche Dinge hinterfragt oder versteht, aber wenn es soweit ist, wird die Lage kaum besser sein. Dabei hätte er es besser nicht treffen können. Wir leben in einem der sichersten und wohlhabendsten Länder der Erde und die Grundversorgung steht. Selbst wenn uns etwas unvorhergesehenes passiert, hierzulande kann man sich sicher sein, dass der kleine immer irgendwie über die Runden kommt.

Aber das schlechte im Menschen tritt dieser Tage wirklich überproportional nach außen. Terrorismus auf der einen Seite, blinder Fremdenhass auf der anderen. Und irgendwo dazwischen die Menschen, die ihre Ruhe wollen. Doch wird es einem im Moment geradezu aufgezwungen Stellung zu beziehen. Menschen hierzulande formieren sortieren sich neu, habe ich das Gefühl. Und man erwartet auch von sich selbst seinen Standpunkt zu hinterfragen, eine Position zu finden. Die aktuelle Lage geht uns alle an. Schräge Frisuren sind auf dem Vormarsch und wenn Menschen plötzlich überrascht sind, dass sie kriegen was sie wollten, nur weil sie am Lautesten gebrüllt haben, frage ich mich, ob es nicht Zeit wird genauer hinzuhören.

Ich möchte mein Kind in einer freien und toleranten Gesellschaft großziehen. In einer weltoffenen und multikulturellen Stadt, in der alle Seiten respektvoll miteinander umgehen. In der es im Idealfall überhaupt keine Seiten mehr gibt. Unterschiede, ja. Aber keine Gräben und Mauern dazwischen. Ich möchte keinen Hass und keine Kaltblütigkeit erleben und meinem Kind diese Wörter erklären müssen.

Die Welt wird nach einigen Jahren der gefühlten Ruhe wieder politischer und die Distanz zwischen den Lagern größer. Deshalb hoffe ich, dass es denen, die es wollen, gelingt enger zusammen zu rücken. Gutes füreinander und andere zu tun und so eine Basis zu schaffen für ein friedlicheres, besseres Miteinander. Auch wenn das immer der härtere Weg ist, weil man sich permanent selbst hinterfragen muss. Seine Werte auf den Prüfstand stellen und selbstreflektiv durchs Leben gehen. Ich habe noch einige Jahre Zeit, bevor der kleine diese Dinge begreift aber es ist genau der richtige Zeitpunkt jetzt an dieser Zukunft zu arbeiten.

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